Der Titel wendet sich bereits klar an den spirituell und an Selbstentwicklung Interessierten, auf dem Informationsmeer surfenden Metropolenbewohner.

Für diesen serviert der Autor glossenkurze Häppchen an Entwicklungswahrheiten, Krisenmanagementratschlägen, Denkum- und -anstößen und Hinweisen zum praktischen Verhalten im Sein.

Beim Abfragen von Stichworten erfreut der kompetente Umgang mit den Anregungen aus unterschiedlichen Traditionen, die entspannte Praxisverbundenheit, eine lebensenergetisch begründete Weltwahrnehmung und verlässliches Eingehen auf die Möglichkeiten und Grenzen unserer körperlichen Existenz.

Der ‚ Barfussdoktor ‚ führt durch jeweils wechselnde Blickwinkel, Pointen werden hauptsächlich durch die lustvolle Enttäuschung der Erwartung des Lesers gesetzt, mit der kalkulierten Gefahr, die Denkgewohnheit durch Verwirrung zu beenden und dessen eigene Erkenntnisfähigkeit zu aktivieren.

Natürlich kann man das Buch auch als leichte Aufwachlektüre, als einschlägige Geschichtensammlung benutzen, die Präzision der Aussagen, die Wahl der Stichworte, das konsequent tiefe Erfassen von Polaritäten und die Vermeidung billigen Trostspruchs (-ist ja schließlich für Krieger-), empfehlen die Lektüre trotz und wegen der vergnüglichen Form aber auch im Fall ernstlicher Ratsuche und Entscheidungsfindung.

Auf jeden Fall ist es sehr witzig.

Der Barfussdoktor, Handbuch für den gewitzten Stadtkrieger – Ein spiritueller Überlebensführer. Rororo 60812, Rowohlt Verlag, Hamburg, 2000.